Achtung Durchsage: Emoji-NutzerInnen sind bei Dates erfolgreicher

Sind Emoji-NutzerInnen emotionaler? Können sie sich ohne Worte verständigen? WAS IST ES, dass sie beim anderen Geschlecht so erfolgreich macht?

Mehr und mehr geraten Emojis in den Verruf uncool zu wirken. Ja genau, ich verwende dieses Adjektiv, obwohl ich Lichtjahre vom Teenageralter entfernt bin. Man denke nur an Instagram- oder Tinder-Bios, die AUSSCHLIESSLICH aus Emojis bestehen (bäh!). Wie sich nun herausgestellt hat, könnte ein enormer Emoji-Verschleiß allerdings etwas ganz anderes bedeuten. Und zwar soll er Hinweise auf das Liebesleben geben. Laut einer Studie der Universität Indiana sollen Emoji-Fans nämlich mehr Sex haben als Nicht-Nutzerinnen und Nutzer. Whaaat? 

Emoji-NutzerInnen sind vor allem beim zweiten Date erfolgreicher

Für die Untersuchung wurden 5.000 Singles aus den USA zu ihrem Sexleben, ihren Ansichten zu Geschlechtern und Sexualität befragt. Die Daten wurden dann im Hinblick auf den Emoji-Gebrauch von den Forschenden ausgewertet. Mit dem erstaunlichen Ergebnis, dass Emoji-Nutzerinnen und Nutzer tatsächlich mehr Erfolg in Sachen Beziehung hatten. Genauergenommen hatten sie bei zweiten Dates mehr Erfolg, wurden also häufiger geküsst, hatten Sex und gingen öfter Beziehungen mit ihren Angebeteten ein. Aber waruuum???

Sie verstehen sich ohne Worte <3

Emoji-Fans würden ihre Zuneigung offener zeigen und hätten demnach die Fähigkeit, leichter Beziehungen herzustellen. Na guuut, also öfter mal die Herzerlaugen und Bussi-Emojis raushauen, meine Güte *genervtes Smiley* *Lach-Emoji*.

Sabrina Kraußler Woman.At

Warum küssen Menschen eigentlich gerne mit Zunge?

Speichelaustausch, ein nasser Lappen, der im Mund propellert: Auf dem Papier klingt ein Zungenkuss wenig sexy. Warum küssen wir dann so gerne so?

Wenn man Lust hat, kann man einen Zungenkuss auf eine Art und Weise beschreiben, bei der man sich denkt: Iiiiiieeeekkksss. Nie wieder. Dieser nasse Lappen, über den zuvor noch ein Mittagessen gerutscht ist, schlabbert jetzt in deinem Mund herum, untersucht deine Backenzähne, verteilt Bakterien und Keime…

Hahaha! Oder? Eigentlich ein wenig eklig. Und trotzdem: Es gibt wenig, was so schön und antörnend ist wie ein guter, sinnlicher Zungenkuss. Warum eigentlich genießen wir den Speichelaustausch – und zwar in jeder Kultur dieses Planeten – so sehr?

Warum wir so gerne mit Zunge küssen

Wir sagen es gleich: Die Evolution hat es so eingerichtet. Unser Urtrieb ist es nämlich, einen genetisch kompatiblen Partner aus dem Dating-Pool zu fischen. Beim Küssen, dieser komplett gefühlsgesteuerten Handlung, können wir einen für die Fortpflanzung passenden Partner am besten identifizieren.

Dr. Sarah Johns, Expertin für menschliche Fortpflanzung und Evolutionspsychologie an der Universität von Kent: “Küssen erlaubt es uns, einen anderen Menschen intensiv zu schmecken und zu riechen. Dabei testet der Körper, ob es unterschiedliche Immunreaktionen gibt. In diesem Fall stimmt wirklich: Gegensätze ziehen einander an – zumindest biochemisch.” Denn aus immunologischer Sicht ist ein Kind, das aus so einer Beziehung entsteht, resistenter gegen Keime und damit aus evolutionärer Sicht überlebensfähiger.

Der Haupthistokompatibilitätskomplex ist im Körpergeruch nachweisbar. Damit wir also olfaktorisch die Gene einer anderen Personen erforschen können, ehe wir ein Baby zeugen, unterdrückt der Körper das Gefühl des Ekels und löst den Drang aus, einander zu küssen.

Dr. Johns: “Erregung hemmt Ekelreaktionen. Das ist absolut sinnvoll, den ein anderer Teil unseres Körpers meldet dem Großhirn, dass durch den Austausch von Körperflüssigkeiten Infektionen entstehen können. Doch der Fortpflanzungstrieb ist größer.”

Und deshalb, meine Lieben, küssen wir so wahnsinnig gerne mit Zunge, auch wenn es eigentlich ein wenig eklig ist. Bussi!

Quelle: woman.at/a/warum-zungenkuss

Die digitale Welt der Dating-Haie —————–>

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Lovoo, Once & Co. – ein Selbstversuch

Kennen Sie Lovoo, Tinder, Badoo, Once und wie sie alle heißen, diese neumodischen Dating-Apps? Wenn nicht, haben Sie nichts verpasst. Es geht weit hinaus über die Grenzen der oberflächlichen, unpersönlichen und uncharmanten zwischenmenschlichen Kommunikation! Aber das nur kurz vorweg. Ich habe mich nämlich einfach mal in die digitale Welt der Dating-Haie gestürzt…

Wer Single ist und Mitte Zwanzig, kann schnell mal Torschlusspanik bekommen. Zumindest die Frau. Männer befinden sich hingegen in ihrer Blütezeit des Tobens in fremden Betten. Gut, fallen die schon mal raus. Bleibt noch ein gewisser Rest. Die, sagen wir mal, über 30-Jährigen und unter 40-Jährigen dürfen es in meinem Fall sein. Grenzt den Spielraum enorm ein. Aber gut. Nicht unmöglich sage ich mir.

Als erstes teste ich die mir empfohlene Dating-App Lovoo. Ganz einfach per Mail und Passwort anmelden. Bild hochladen, Name, Alter, Interessen, Größe, Gewicht … stopp, das geht etwas weit. Beschränken wir uns auf die wichtigsten Infos. Dazu gehören unter anderem Fragen die ich beantworten soll. Aber nichts muss.

Wie funktioniert die Welt der digitalen Liebeswütigen nun?

Als wichtigste Funktion fundiert der Live-Radar. Mit diesem werden, in meinem Fall Männer, in meiner Nähe ausfündig gemacht. In Großstädten ist das einfach. Die Suchergebnisse werden in Radar-Form mit Entfernung und Richtung aufgezeigt. Zusätzlich gibt es den „Feed“. Unter dieser Rubrik kann ich ebenfalls Menschen aus meiner Umgebung finden. Dies bezieht sich auf die gesamte Stadt und mögliche Grenzdörfer etc. Nun kann ich entscheiden und loslegen. Liken oder ablehnen. Durch ein Herz oder ein X. Nicht gerade die feine englische Art. Ich lehne mich auf jeden Fall erst Mal zurück und lass mich ein wenig „feiern“. Ich bin die Frau und möchte bitte erobert werden. Wird hier doch auch möglich sein. Oder?

Wie sich schnell zeigt, ist dem nicht ganz so. Zumindest haben die meisten Männer eine andere Vorstellung des Chattens als ich. Ich bekomme zu allererst Chat-Anfragen. Diese kann ich annehmen oder ablehnen. Über beides wird der Interessierte informiert. Beim Lesen der Anfragen würde ich am liebsten schon den Kopf gegen die Wand knallen. Ernsthaft? – Ich  dachte über Lovoo möchte man jemanden kennenlernen und nicht nur mal eben schwups ins Bett hüpfen oder für einen Abend mieten. Dafür ist doch Tinder zuständig oder? Naja hier

meine Erlebnisse auf Lovoo zusammengefasst:

  • „Naa du.“
  • „Wow bist du süs.“
  • „richtig hübsch.“
  • „Hey, ich bin öfter mal in der Stadt und suche jemanden für eine Veranstaltung, auf die ich eingeladen bin. Hast du Bock mitzukommen?“
  • „Meine Freundin und ich sind morgen für eine Nacht in der Stadt, hast du Lust dich mit uns in einer Bar zu treffen? Wir kommen für alle Kosten auf.“
  • „Ich hab ja mal gehört Milch macht schön, aber wie viel Liter hast du getrunken, verdammt?“

Dieser kurze Einblick reicht aus, denke ich. Gut, dass ich dort nicht den Mann meines Lebens treffe, ist damit auch besiegelt. Auf ein, zwei Nachrichten hab ich schließlich doch reagiert. Hier nicht dabei. Diese Protagonisten schienen sich zur Abwechslung Mühe zu geben und niveaulich auf meiner Welle zu gleiten. Aber auch diese Kandidaten erwiesen sich nach ein paar Monaten des Datings als Fehlkonstrukt in meiner von Disney geprägten Liebeswelt.

Ich meldete mich ab. Probierte Badoo. Nicht der Rede wert. Da räumte ich nach sage und schreibe 4 Stunden das Feld. Ein letzter Versuch ging an Once. Über diese App hatte ich sogar in der ZEIT gelesen. Na das muss was heißen.
Menschen die anhand deines Profils einen passenden Partner für dich suchen. Ohne großes Hin- und Hergewische und Zufallsauswahl. Klingt erst mal gut.
Ich lud 3,4 Bilder auf mein Profil, diese mussten sogar bestätigt werden und füllte alles aus, was von mir verlangt wurde. Name, Alter, Beruf und Interessen. Viel mehr gab es da auch nicht. Das fand ich etwas verwunderlich. Das ist noch oberflächlicher als Lovoo. Da muss ich mich fast nur auf die Bilder beschränken. Und wenn ich Pech habe, hat der vorgeschlagene Kandidat nur ein Bild online gestellt. Es wird mir nämlich täglich um 12:06 Uhr ein neuer Mann vorgeschlagen, der sich in der von mir angegebenen Altersspanne befindet. Die meisten sind Ende 20.
24 Stunden Zeit um eine Entscheidung zu treffen. Ja oder nein. Egal was ich wähle, der andere weiß welchen Knopf ich drücke. Like ich bekommt der andere den Vermerk „Du gefällst XY“, lehne ich ab, bekommt der andere keinen Bescheid. Wenn dieser nicht völlig auf den Kopf gefallen ist, weiß er natürlich was dem zu Grunde liegt.
Ich schloss überwiegend positiv ab. Bekam viele Likes und ab und an eine Nachricht. Nur waren die Nachrichten stets von Kandidaten, die ich leider schon kategorisch aussortieren musste. Es mag oberflächlich sein. Aber in dieser Welt der reinsten Oberflächlichkeits-Regierung kann dem nur so sein.
So drückten mich Faktoren wie Fitnessstudio-Fotos oder Nachrichten wie „Hey du siehst nice aus, ich dachte ich schreib dir mal.“ In Richtung X. Sorry Guys.
Mit einem jungen Mann schrieb ich eine Weile anspruchsvolle Texte. Wir trafen uns. Aber auch daraus wurde nichts. Passte einfach nicht.
Also wartete ich weiter, jeden Tag, dass es 12:06 Uhr wurde. Doch entweder war es, Widererwartens ein Kopfschlag auf den Tisch, oder ich likte und wurde auch gelikt, aber nichts passierte. Nichts. Gar nichts. Hab ich da was nicht verstanden?

Was ist nur mit den Männern los? Soll ich dem Prinzesschen den Hof machen?
Ich bin da eher von der alten Schule und möchte doch selbst gern den Hof gemacht bekommen. Naja zumindest fallen hier schon mal die ganzen Memmen und selbstverliebten Hirnis weg. Hofft man. Aber ja es passierte und passierte nichts. Die wollen mich wohl veräppeln.
Es besteht noch die Möglichkeit sogenannte Kronen zu kaufen. Für eine Krone kannst du einem Wunschpartner schreiben, der dir aufgelistet wird. Eine Krone kostet wohlgemerkt einen Euro. Ohne Sicherheit auf Antwort. Nicht mit mir.

Nach ein paar Wochen hab ich auch von dieser Dating-App die Faxen dicke. Ich möchte meinen Kopf nicht mehr irgendwo gegenklatschen. Bringt alles nichts. Lehne ich mich einfach wieder zurück und erspähe Ausschau nach dem unverhofften Prinzen auf dem weißen Pferdchen. Er kann aber auch zu Fuß kommen.
Wie sagt Oma immer so schön: „Unverhofft kommt oft“…

Text: Julia by Jungfrau+

 

 

 

Tabuthema Analsex ——–> Spaß von hinten?

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Spaß von hinten? – Ungern…

Neues entdecken, ausprobieren und etwas riskieren – hört sich erst mal gut an. Doch in der Praxis scheitern wir oftmals an unserem inneren Schweinehund oder einer gewissen Schamgrenze. Wie wenn wir intim werden. Ob das erste Mal zusammen im Bett, oder schon vertraute Routine – beim Sex offenbaren wir uns, legen alle nackten Tatsachen auf den Tisch. Das kann schon mal peinlich oder unangenehm werden. Oder wie stehen Sie beispielsweise zum Thema „Analsex“? Schon mal ausprobiert?

Unangenehme Pause…

Sobald wir intim werden, egal ob das erste Mal oder mit dem langjährigen Partner, lassen uns  Fragen wie „Stehst du Analsex?“ oder Aussagen wie „Ich würde dich gern mal in den Po ficken“ schnell verstummen. Da ist die erwachsene Frau ganz schnell wieder 16 und weiß nicht, was sie dazu sagen soll. Wir möchten nämlich nicht mit bestimmten Sekreten, Absonderungen oder dergleichen in Verbindung gebracht werden. Schlimm genug, dass wir uns Pupsen und Rülpsen verkneifen müssen. Also liebe Männer, wie habt ihr euch das vorgestellt? Wir die Frauen, die für euch gern sexy, elegant und makellos sein möchten, sollen uns auf den Deal mit einem Penis im Po einlassen? Klingt erst mal semioptimal – müsst ihr zugeben?!

Und genau deshalb ist es nachwievor ein Tabuthema.

Wer will schon den Penis seines Sexualpartners in die Körperöffnung stecken – sagen wir wie es ist – durch welche wir uns entleeren. Logisch, dass das nicht bei jedem auf sexuelle Fantasien stößt. Man muss dazu sagen, dass nicht jede Frau ein Problem damit hat. Hut ab vor den Frauen, die das klar trennen können und sich fallen lassen können. Was ich mich an dieser Stelle frage: in der heutigen Gesellschaft, in der die Frau emanzipierter denn je ist und der Mann sogar Hausfrauentätigkeiten übernimmt – wieso schämen wir uns immer noch, wenn es um dieses Thema geht und können nicht unverklemmt und voller Lust in die Vollen starten?

Was viele nicht wissen, Analsex ist nicht erst in den letzten Jahren aufgekommen. Schon die Griechen hatten Spaß „von hinten“. Kaum zu glauben, dass wir eher einen Rückschritt gemacht haben. Heutzutage ist Analsex in manchen Regionen oder Religionen sogar verboten? Es steht für eine „schmutzige Praktik“. Aber mal ehrlich. Das sollte doch im 21. Jahrhundert jedem selbst überlassen sein. Wer Spaß dran hat, bitte – oder?

Witzig ist, wenn man mal darüber nachdenkt, inwiefern Mann und Frau das Thema sehen, kann man eine klare Verbindung zu dem damaligen Urverhalten ziehen.

Der Mann:

Ihn schmerzt es relativ wenig, zuzugeben, dass er auf Analsex steht. Denn er verbindet damit wilde Sexfantasien, und vor allem Macht und Kontrolle. Ganz kurz: das klassische Urverhalten des Mannes.

 

Die Frau:

unterwirft sich hingegen, indem sie die Macht und Kontrolle an den Mann abgibt. Hinzu kommt, dass es eine sehr schmerzliche Angelegenheit für sie werden könnte. Denn der Schließmuskel ist im Normalfall sehr eng und dehnt sich nur mit Geduld. Aber genau dieser Aspekt ist für den Mann entscheidend. Denn umso enger das Loch ist, in welches er eindringt, ob nun vorn oder hinten, desto geiler macht es ihn.

Immer noch nicht schlauer.

Butter bei die Fische – Natürlich probieren wir es mal aus, wir wollen ja schließlich wissen wie es ist. Aber wir schämen uns oftmals dafür. – Muss das wirklich sein? Nein! Denn genau wie für die Vorliebe zu Pornos, gewissen Sextoys oder Fetischen, für die wir uns Schämen oder rechtfertigen müssen, sollten wir auch bei diesem Thema keine Schamgrenze aufstellen. Klar kann es peinlich ausgehen. Man pupst, oder womöglich ändert der Penis seine Farbe. So what! Wir sind alle nur Menschen und kochen mit Wasser. So etwas passiert. Also: Ruhe bewahren und weiter im Programm. Jeder soll selbst entscheiden ob er einen Penis in seinem Po haben möchte oder nicht. Der eine steht drauf, der andere eben nicht.

Wie macht Analsex denn nun Spaß?

  • die angenehmsten Positionen sind: die a-tergo-Stellung (von hinten) und die Löffelchen-Stellung
  • Ein Butt Plug (Sextoy) kann vor dem Akt beim entspannen helfen.
  • Gleitgel hilft beim Eindringen.
  • Und unbedingt ein Kondom benutzen – denn auch bei Analsex können Sexualkrankheiten übertragen werden oder schlichtweg Bakterien aus dem Darm in die Harnröhre des Mannes wandern.

Text: Julia by Jungfrau+

 

 

One Night Stand – wollen wir das wirklich?

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One Night Stand – wollen wir das wirklich?

Wer mit dem Beziehungsstatus Single vertraut ist, kann mit der Abkürzung ONS etwas anfangen. ONS steht für One Night Stand. Aus dem Englischen übersetzt: ‚einmaliges Gastspiel‘, heutzutage: ‚eine sexuelle Kurzbeziehung, die eine Nacht oder noch kürzer andauern kann‘. Wer nutzt diese Form der sexuellen Beziehung in der heutigen Zeit aber eigentlich und auf was lassen wir uns da ein?

Im sexualisierten Jetzt ist das Thema One Night Stand längst kein Tabuthema mehr. Zumindest nicht bei den unter 40-Jährigen. Die Generationen aufwärts sind vermutlich weniger vertraut mit dieser Thematik. Was dem damaligen Beziehungs- und Gesellschaftsideal ‚Ehe‘ zugrunde liegt. Schon früh wurde geheiratet. Mit Gefühle, aber auch mal ohne. Und das musste halten.

Doch die Ideale haben sich gewandelt. Längst ist die Ehe kein Idealbild mehr für viele Menschen. Entweder es wird erst gar nicht geheiratet oder man lässt sich eben wieder scheiden. Was soll’s.
Das hat zur Folge, dass immer mehr Singles durch die Welt wandern. Auf der Suche nach DER oder DEM Einen. Mittlerweile lassen sich viele Menschen aber auch damit Zeit. Frei sein und genießen steht an oberster Stelle. Doch wo dem körperlichen Verlangen nachgehen?

Und schwups erscheint der Begriff ‚One Night Stand‘ auf der Bildfläche.

Die Diplom-Kommunikationspsychologin Christine Kailing veröffentlichte 2015 das Buch „Sexuelle Kommunikation: Wie die Sexualform One Night Stand aus der weiblichen Sicht erlebt wird“. Darin schreibt sie:

„Eine Zeit, in der sich die gesellschaftliche Legitimation des Koitus auf das Beziehungsmodell der Ehe beschränkte, gehört nun mehr seit mehr, als zwei Generationen, der Vergangenheit an. […] Heutzutage wird von einer individualisierten und sexuell liberalisierten Gesellschaft gesprochen, die eine zunehmende Pluralisierung der Beziehungs- und Sexualformen ermöglicht, die dank der sexuellen Revolution der 1970er Jahre für das männliche, sowie das weibliche Geschlecht gelte.“

Und Recht hat sie. Die Sexualität hat sich in den vergangenen Jahrzehnten sprunghaft entwickelt. Das Angebot an sexeifrigen und lüsternen Singles befindet sich momentan in einem absoluten Hoch. Christine Kailing schreibt außerdem, dass im Bereich der zwischenmenschlichen Sexualität den Individuen der heutigen Gesellschaft eine Vielzahl an Begehrensformen zur Verfügung steht, um ihre Sexualität auszuleben.

Doch wer hat Bock auf so eine interpersonell-miteinander-sexuell-kommunizierte Sexualform?

Nicht jeder – so viel ist klar. Denn oftmals steckt viel weniger hinter den gehegten Vorstellungen, die sich in unserem naiven Köpfchen abspielen. Vermutlich haben wir schon zu viele Filme gesehen, in denen ein ONS in einer Beziehung endet, wie „Beim ersten Mal“. Sie haben ein ONS. Sie wird schwanger. Es geht hin und her. Am Ende doch glücklich vereint. Trugschluss. In der realen Welt knüpfen wir zwar nicht unbedingt eine Beziehung an ein ONS. Jedoch erhoffen wir uns mitunter mehr Feingefühl, als es vom anderen Geschlecht überspringt. Ja gut, der Mann ist gemeint. Der kann sich zumeist gut mit einem ONS arrangieren.
Die Universität Durnham hat in einer Studie herausgefunden, dass die meisten Frauen ihr One Night Stand bereuen. Die Psychologin Anne Campell befragte 1743 Männer und Frauen via Internet zum Thema One Night Stand und den Gefühlen diesbezüglich. Die Ergebnisse: die Frauen waren deutlich negativer eingestellt als die Männer, was ihre einmalige Liebelei betrifft. 80 Prozent der Männer kreuzten ‚durchweg positiv‘ an, aber nur 54 Prozent der Frauen kreuzten dies im Gegenzug an.  Für Männer war dabei vor allem das sexuelle Erfolgserlebnis und die Prallerei vor Freunden wichtig. Frauen bedauern den sexuellen Akt einer Nacht mit einem Fremden, da sie sich benutzt fühlten und Angst um ihren Ruf hatten. Sexuell war es auch nicht wirklich befriedigend.
Warum sich Frau dennoch darauf einlässt? Weil Hormonschwankungen des weiblichen Zyklus das Lustempfinden beeinflussen. Zwischen dem zehnten und 18. Zyklustages sind Frauen oftmals sehr erregt und verspüren eine gewisse Lust. Und die muss gelöscht werden.

Und da nun mal Sex zwischen „[…] zwei ledigen Fremden dem alleinstehenden Individuen eine Möglichkeit, einen Mangel an Nähe und liebevoller Zuwendung auszugleichen und gleichzeitig Libido abzuleiten – und zwar schnell und effektiv“, wie Christine Kailing erklärt, kann ein ONS nun mal vorkommen!

Nichts für schwache Nerven und verkitschte Romantiker.
Aber ist das so einfach wie es klingt? Jemanden kennenlernen, ein wenig Smalltalk und ab auf die Matratze? Klar, wie gesagt, wer Bock darauf hat und damit umgehen kann, wenn der andere weg ist, wenn man früh aufwacht…

Christine Kailing ist zudem der Meinung, dass aus psychologischer Sicht zu vermuten ist, dass sich ein Mensch, der ausreichend Zuwendung im Säuglingsalter erfahren hat und sich im Erwachsenenalter über einen längeren Zeitraum in keiner geborgenheitsverschaffenden, körperlichen zuwendungserfahrenden und libido-ableitenden Partnerschaft befindet, in einem permanenten Mangelzustand befindet.
Sprich wer keine kontinuierliche Beziehung vorweisen kann und länger als ein paar Monate Single ist, hat logischerweise Lust auf Sex. Und den muss er sich – sagen wir, wie es ist – irgendwo holen.
Das führt wiederum zu dem Entschluss, dass ein One Night Stand nicht verurteilt werden sollte. Wenn länger keine intakte Beziehung vorzuweise ist, wo soll der Sex herkommen? Träumerei und Handarbeit reichen da nicht aus. Körperliches Verlangen, Küsse, leidenschaftliche Liebkosungen brauchen wir!

Text: Julia by Jungfrau+